Bioshock ?

05Mar09

Bioshock

Wenn ihr zu der etwas älteren Generation gehört , dann werden euch Spieleperlen wie System Shock 1 & 2 sicherlich einen gehörigen Schauder über den Rücken jagen. Allein auf einem Raumschiff, gefangen im Weltall und eine künstliche Intelligenz versucht euch zu töten. Die damaligen Entwickler haben seit dem kein Spiel mehr mit dieser Dichte und Atmosphäre gespielt und haben wahrscheinlich genau deswegen, der Mangel von Dichte und Spannung, die Omnipotente Bedrohung durch etwas Nicht-Greifbares, ein neues Spiel entwickelt: Bioshock Die Erwartungen an den Titel waren nach den Videos, die man im Vorfeld gesehen hat entsprechend hoch. Die Entwickler haben immer wieder von der hervorragenden Spielphysik in Abhängigkeit von der noch viel besseren KI geredet und mit diversen Beispielvideos, Szenen im Spiel auf unterschiedliche Weise gelöst. Einmal auf die kompromisslose, harte Art oder auch einmal auf die intelligentere, nachdenkliche Art. Der Titel schien auf früheren Videos schon extrem gut auszusehen, was nicht zuletzt an der verwendeten Unreal Engine 3 lag, sondern auch an der extra für diesen Titel umgeschriebenen Wasserphysik. Bioshock ist ein First Person Shooter, angesiedelt in einer Jules Verne ähnlich, utopischen Unterwasserwelt in der man als Namenloser Hauptcharakter die Abgründe der menschlichen Grausamkeit erforscht und selber entscheiden kann ob er zum Held oder zum Monster wird.

-Welcome to Rapture!

Wir befinden uns in den 60er jahren in einem Flugzeug über dem Atlantik, was kurz nach ein paar eröffnenden Worten grundlos in den Ozean abstürzt. Durch ein Wunder sind wir der einzige Überlebende, des tragischen Unglücks und wir können uns nur mit Mühe und Not zurück an die Wasseroberfläche kämpfen, wo sich ein grauenhaftes Bild darbietet.
Diese scheint aus Feuer zu bestehen, überall schwimmen Wrackteile, Funken sprühen und zu allem Überfluss tobt direkt über uns auch noch ein Unwetter.
Doch was ist das?
Ein Leuchtturm, inmitten des Atlantischen Ozeans, das kann unmöglich real sein, das kann nicht stimmen, aber es ist unsere einzige Rettung.
Mühsam und unter Schmerzen kämpfen wir uns vor, man merkt die Hitze des verbrennenden Magnesiums und Aluminiums der Außenhülle des Flugzeugs, das Feuer und das aufpeitschende Wasser drängen uns zurück doch mit letzter Kraft erreichen wir die Stufen zum Eingang des Leuchtturms… geschafft, wir sind der Katastrophe lebend entkommen, jetzt heißt es Hilfe holen, Jemanden verständigen.
Wir stolpern die Treppen hinauf, bis zu einer massiven Messingtür, die einen Spalt geöffnet ist. Kurz nachdem wir eingetreten sind fällt die Tür hinter uns in Schloss, wir sind gefangen…

Das waren die ersten fünf Minuten des Spiels, fünf Minuten purer Nervenkitzel, den man sonst nur aus guten Filmen im Kino kennt. So Etwas war bisher noch nie in einem Videospiel in dieser Brillianz zu sehen und solche Momente zeichnen Bioshock einfach aus.

-Unglaubliche Freiheit…

In vielen Punkten ist Bioshock nämlich kein ordinärer First Person Shooter, sondern ein geschicktes Abenteuerspiel bei dem man manchmal lieber zusehen sollte anstatt selber in die Handlung einzugreifen.
Ein Beispiel: man findet zwar ausreichend Munition für diverse Waffen, hat jedoch auch die Möglichkeit bestimmte Gegner durch Manipulation gegeneinander aufzuhetzen. Ein Ziel innerhalb des Spiels ist es an Adam zu kommen. Das ist nur möglich, wenn man kleine monsterähnliche Kinder fängt.
Allerdings werden die Kinder immer von einem 300 Kilo schweren Big Daddy begleitet, den es zu überwältigen gilt.
Man kann also nun auf konventionelle Methode versuchen, den Beschützer abzuschießen oder eben auf die angepriesene, intelligente Methode, indem man eine seiner Fähigkeiten dazu benutzt die Einwohner der Unterwasserstadt gegen den Big Daddy zu hetzen.

Des Weiteren befinden sich in regelmäßigen Abständen Verteidigungstürme und fliegende Selbstschussanlagen in der Stadt. Diese kann man in einem Minispiel hacken oder kaufen, damit sie nicht mehr gegen euch, sondern die Einwohner, sowie die Big Daddies kämpfen.

Man kann also gut sehen, wie viele Möglichkeiten sich alleine durch zwei Fähigkeiten (gegeneinander Aufhetzen und Hacken) bieten, in dem Spiel hat man jedoch 30 verschiedene Fähigkeiten, die Benutzt werden wollen, darunter finden sich später solche Sachen wie „Big Daddy kontrollieren“ oder, dass man unsichtbar wird für Kameras und Verteidigungssysteme.

Im Spielt hat man Lebensenergie und eine Art Mana, die sich Eve nennt. Beides kann man an bestimmten Terminals, die fair in jedem Level verteilt sind gegen Geld auffüllen. Außerdem gibt es noch Terminals für Waffen, Fallen und auch Terminals, wo man das gefundene Adam gegen neue Fähigkeiten eintauschen kann.
Das alles erinnert sehr stark an einen Fähigkeitenbaum und drängt das Spiel somit sehr weit in die Rollenspielecke und immer weiter weg von der reinen First Person Rubrik, hier zeigen sich vielen Spielern große Lücken auf. Das Spiel wird als Egoshooter vermarktet, es wird als solcher präsentiert und in Teasern sieht man hauptsächlich, dass man während des Spiels aktiv am geschehen teilnimmt.

Warum sollte man also als Spieler versuchen etwas von der Action und Spannung abzugeben? Warum sollte man durch das Benutzen der Fähigkeiten einen Teil des Spielspaßes der KI „überlassen“ ?
Nur weil es möglich ist?
Es ist eines der großen Kritikpunkte denen sich Bioshock hier stellen muss. Ein passionierter Egoshooter Spieler probiert die Fähigkeiten aus, die dazu bestimmt sind über Umwege das Spielgeschehen zu beeinflussen, er probiert sie ein Mal aus und dann war es das.
Es macht einfach so viel mehr Spaß selber das Geschehen zu lenken, selber die Gegner zu erschießen, zu verbrennen oder zu vereisen, warum also Fallen legen und präparieren, das Level vorbereiten und sich dann hinter einer Glaswand verstecken um zu beobachten, zumal der Spieler selbst auch unsterblich ist, da er an bestimmten Punkten im Spiel immer wiederbelebt wird ohne eine Strafe dafür zu kassieren.

Ein weiteres Manko an dem Spiel ist sicherlich auch die Wiederholung.
Man erlebt viel zu oft, dass man sich selber fragt ob man nicht schon mal an dieser Stelle im Spiel gewesen ist.
Das liegt oft daran, dass sich Levelabschnitte bis aufs Haar ähneln, andererseits aber auch daran, dass man in Späteren Levels einfach zig mal durch die selben Passagen geschickt wird um Aufträge zu erfüllen oder Rätsel zu lösen. Es ist dabei dem Spieler relativ egal ob es logisch und schlüssig ist, dass man bestimmte Wege mehr als zwei Mal durchlaufen muss, sobald Langeweile aufkommt hat die Leveldesignabteilung versagt.
Ein weiterer, minimaler Punkt, den man nicht unbedingt als negative Kritik oder Beanstandung ansehen muss sind die seltsamen Sterbeanimationen der Gegner. Sobald sie ableben sieht es so aus, als ob die Animation sehr stark ruckelt und die Gegner bruchstückhaft in sich zusammenfallen.
Die positiven Aspekte die dagegenhalten sind jedoch nicht zu verachten. Das Spiel vermittelt eine unglaubliche Atmosphäre, die einem Film nahe kommt. Dies wird einerseits durch die gute Grafik, den hervorragenden Hintergrund und die facettenreichen Effekte erzeugt, andererseits jedoch auch durch die stimmige Synchronisation, die den Endruck erweckt, dass man wirklich im Kino sitzen würde. Es wurden durch weg nur professionelle Synchronsprecher und Schauspieler für den Ton eingesetzt, was den Titel eine ordentliche Portion Glaubwürdigkeit spendiert. Die Soundeffekte an sich werden unglaublich gut in vollen 5.1 präsentiert, man vergisst zu keiner Zeit, dass man unter dem Meeresspiegel wandelt. Jeder Raum, jede Passage klingt einfach so als ob man sich in einer Taucherglocke oder einer Art U-boot befindet, was zusätzlich den Cineastischen Effekt hervorhebt. Erfrischend Neu klingt auch die Musik der 50er und 60er Jahre, die man wohl kaum in solch einem Setting bisher vermutet haben könnte. Der Swing und Jazz passt kurioser Weise sehr oft zu der psychedelischen Horrorstimmung des Spiels und vermittelt den Eindruck, dass der Spieler sich in einer Art Rausch durch das grauenhafte Szenario bewegt.

Bei mir hinterlässt das Spiel eine zwiespältige Meinung. Ich bin ein großer Fan von aufwendig gestalteten Spielen, egal ob Egoshooter oder Rollenspiel. Ein Spiel muss einfach krachen, es muss einem das Gefühl geben sein Geld sinnvoll investiert zu haben, am besten wäre es, wenn der Titel immer wieder Spaß macht oder wenn man ihn zumindest mehr als ein Mal durchspielen kann.
Bioshock bietet mir nur Teilaspekte. Es versucht ein toll inszeniertes Spektakel zu sein und eine Brücke zu schlagen von Egoshooter zu Rollenspiel. Dies gelingt ihm aber leider nur Teilweise.
Eine Kaufempfehlung gebe ich dem Titel jedoch auf jeden Fall, denn selten bekommt man so viel Inhalt geboten, der einen mit so viel toller und ausgereifter Story präsentiert wird.
Wer ein Fan von System Shock oder Half Life ist, sollte sich diesen Titel kaufen.



2 Antworten auf „Bioshock ?“

  1. 1 Redbergh

    Aber Rechtschreibung und Grammatik is auch nicht so eures, wa …? :D

  2. 2 Flash

    zeig mir fehler! ich bestehe drauf pls :)


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